Von Faust bis Faschismus- eine Fahrt nach Weimar
Am 30. Oktober 2026 stiegen 26 Schüler*innen aus verschiedenen Deutschkursen in den Zug nach Weimar. Nachdem der Zug überraschenderweise pünktlich ankam, nahmen wir den Bus zur Jugendherberge. Nachdem wir gegessen und uns rausgeputzt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Deutschen Nationaltheater, um uns dort „Faust. Der Tragödie erster Teil“ anzuschauen. Die Vorstellung dauerte etwa dreieinhalb Stunden und führte uns in eine moderne Welt des Dr. Faust ein, welcher einen Pakt mit dem Teufel schloss, um nochmal so richtig glücklich zu werden. Trotz des Wissens, das er sich über Jahre angeeignet hat, findet er keine Erfüllung. Das wird unterstützt durch das Zitat von Gott: „Es irrt der Mensch, solang er strebt“ - Prolog im Himmel, Vers 317 und von Faust selbst: „Da steh ich nun, ich armer Tor / Und bin so klug als wie zuvor!“ - Szene der „Nacht“, Vers 358-359. Durch die geniale Verbindung von Musik, Schauspiel und Bühnenbild, wurde das Theaterstück Faust einzigartig gestaltet und für die Zuschauer zugänglich gemacht.
Im Anschluss an das epische Stück, welches um ca. 22:30 vollendet war, holten wir uns alle noch etwas zu essen und eine Stunde später trafen wir uns gemeinsam im Havana Club, um über das Stück zu sprechen und noch etwas zusammenzusitzen.
Am nächsten Morgen trafen wir uns um 08:00 Uhr zum Frühstück und verließen bereits um 09:15 Uhr mit Sack und Pack die Jugendherberge und machten uns auf in den Park an der Ilm, wo wir uns das Römische Haus, Goethes Gartenhaus und das einzige Shakespearedenkmal auf dem europäischen Festland ansahen.
Weiter ging es danach in zwei Gruppen aufgeteilt, um das Schiller- und Goethehaus zu besichtigen. Dort haben wir sehr viel über die unterschiedlichen Geschichten der beiden eng befreundeten Schriftsteller gelernt, welche trotz ihrer gleichen Berufung zwei Leben geführt haben, die sich vor allem durch verschiedene Familiensituationen und Mittel prägnant unterschieden.
Nach einer Mittagspause fuhren wir zum Konzentrationslager Buchenwald, wo wir nach einem zeitgenössischen Bericht, den Ort mit einem anderem und emotionaleren Blick wahrnehmen konnten. Der Besuch hinterließ bei allen von uns einen tiefen Eindruck. Anschließend sind wir mit dem Bus zurück zum Bahnhof gefahren und dort in den Zug zurück nach Northeim gestiegen.
Zwischen Goethes Literatur und der erschütternden Geschichte Buchenwalds haben wir erlebt, wie vielfältig Weimars Kultur ist. Die Kursfahrt war ein voller Erfolg und brachte eine tolle und bereichernde Mischung aus deutscher Kultur, Geschichte und Spaß mit sich.
Begleitet wurde die Exkursion von den Kurslehrkräften André Scholz, Henning Bruns und Marco Wolff.
Text: Amelie Plenter und Lina Böning, Q1; Fotos Wolff






