Vertrauen ist die neue Währung
24. Juni 2026
Katharina Stapel von der Akademie für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz führte mit den 9. Klassen in der Fahrtenwoche sechsstündige Workshops durch. Dabei ließ sie die Jugendlichen ihre Bedürfnisse mit ihrem Verhalten im Umgang mit KI abgleichen. Die Ergebnisse machen nachdenklich.
Was ist euch wirklich wichtig?
Unterstützt von Schulsozialarbeiter Nils Sommerfeld ließ Katharina Stapel die Schüler:innen ihre Bedürfnisse im Umgang miteinander sichtbar werden. Da kamen einige Biggies zustande, die für die Reflexionsfähigkeit des 9. Corvijahrgangs sprechen: Loyalität war da zu lesen auf den präsentierten Karten, Bindungen pflegen, Menschen helfen, egal was man von ihnen hält. Das ist schon beeindruckend, denn diese Haltung mag dafür sorgen, dass stabile, auf Vertrauen basierende Beziehungen zustande kommen, die positiv auf einen selbst zurück fallen, wenn man in Not geraten sollte.
Ambitioniertheit und Privatsphäre wurden ebenfalls genannt und: soziale Kontakte.
Was ist wahr?
In Partnerinterviews fanden die Schüler:innen heraus, wann sie sich zuletzt stark gefühlt haben. Auf die Frage, woher sie wissen, ob das wahr sei, konnten die Corvinianer:innen dann einiges ins Feld führen. Man kenne das Gegenüber, die Person habe Gefühle gezeigt und konkrete Situationen genannt. All das, so Stapel, sei bei KI-generierten Aussagen nicht gegeben. Hier müsse daher kritisch hinterfragt werden, was man da lese. Dazu müsse man mit zuverlässigen Quellen gegenprüfen, am besten mit zweien davon.
Verspieltes Vertrauen und fragwürdige Bequemlichkeit
Nahezu alle nutzen KI, als Formulierungshilfe, als Inspiration, aber auch als Rat- und Stichwortgeber bei Problemen und offenen Fragen. Letzeres sei gefährlich ohne Prüfung, gab Stapel zu bedenken.
Grund für die Nutzung von KI sei die schnelle Verfügbarkeit. "Das widerspricht aber euren Werten",, stellte Stapel fest: Es sei nicht ambitioniert, denn Ambition bedeute eigene Anstrengung.
Stapel führte vor Augen: Verlässliche soziale Kontakte und Loyalität sind nicht mit KI-genererierten Texten und Bildern zu haben. Schnell entstehen Fake-Bilder, ebenfalls Gift für einen vertrauensvollen Umgang. Zudem sei die Sicherheit der Privatsphäre nicht gegeben, denn die KI-Klienten transferieren die preisgegebenen Informationen auf Server, meist im außereuropäischen Ausland. Hier gelten die strengen Datenschutzvorschriften Europas aber nicht. "Ihr bezahlt den bequemen Zugang mit euren privaten Daten und unsicheren Ergebnissen" Wie tief die Dinge dann verstanden sind, sei zudem zweifelhaft."
Fazit: Das Konzept, die Gefahren mit dem eigenen Verhalten und dem, was wichtig ist, abzugleichen ging auf. "Vorsicht bei KI", "Ich habe ChatGPT gelöscht und nutze in Zukunft andere KI-Tools", "Ohne KI kann der bessere Weg zum Ergebnis sein", waren Schlussbemerkungen der Teilnehmenden. Ein herzlicher Dank geht an Katharina Stapel für ihr Engagement!
Text: Wolff; Fotos: Sommerfeld






