Radikal

27. August 2026

Das Theaterstück „Radikal“ handelt von zwei Zwillingen, Max und Sofia und ihrer gemeinsamen Freundin Toni. Ihr Jugendtreff „die Oase“, an dem sie einen Großteil ihrer Freizeit verbringen, wird ohne Angabe von Gründen geschlossen, weshalb sie nach einer alternativen Freizeitbeschäftigung suchen. So geraten sie an den neuen Sportbund, eine Jugendgruppe, die viele gemeinsame Abenteuer erlebt. Jedoch zeigen sich nach und nach die Schattenseite des Bunds.

Und plötzlich geht es um Gewalt und Straftaten

Anführer Mirko und andere Mitglieder tätigen immer wieder rechtsextremistische und rassistische Aussagen, die Max als Spaß sieht und nicht ernst nimmt. Sofia hingegen wird misstrauisch und hält sich vom Sportbund fern. Während sie eine selbstorganisierte AG für Toleranz und Demokratie anführt, feiert Toni mit ihrer Familie Ramadan. Eine Wanderung steht an und Max möchte Toni mitnehmen, doch Mirko ist dagegen. Da Max dazugehören möchte, lügt er Toni an und gerät immer tiefer in die rechtsextreme Gruppe, die teilweise Straftaten begeht und sogar Tonis Familie angreift. Schließlich kommt es dazu, dass Sofias Demonstration sabotiert werden soll. Max soll ein Feuer legen und in Kauf nehmen, Menschenleben aufs Spiel zu setzen. „Wenn du es nicht tust, wird es einer von uns tun“ - Mirko, Leiter des Sportbundes. Ob Max es tatsächlich getan hat, erfahren wir nicht, da das Ende offen bleibt.

Faschistische Gedanken eingeredet

Am Anfang scheint es so, als würde Max tatsächlich gut aufgenommen werden. Mirko betont mehrmals, wie viel Potenzial in ihm stecke und dass er gut zu der Sportgruppe passe. Max kommt immer wieder und nimmt das ideologische Gedankengut als Spaß auf und wird sozusagen „gebrainwashed“. Er denkt, dass er Menschen gefunden hat, die so denken wie er, dabei werden ihm nur faschistische Gedanken eingeredet, die er nicht hinterfragt, sondern sogar teilweise auslebt. Als die Wanderung ansteht und Mirko ihm verbietet Toni mitzunehmen, gerät er in einen ersten inneren Konflikt und lügt Toni an, um zur Sportgruppe dazu gehören zu können, denn er ist bereits nach ein paar Wochen viel zu tief in die Situation verstrickt und merkt es selbst gar nicht. Er gerät in mehrere Konflikte mit seiner Schwester wegen des Sportbunds und droht ihr sogar Gewalt an, während sich Toni den Vergangenheits-Max zurückwünscht.

Durch Social Media und Algorithmus in die extremistische Bubble

Das Stück stellt den Prozess einer Radikalisierung eines Jugendlichen am Beispiel von Rechtsextremismus dar. Man hat gemerkt, wie einfach es ist, in extremistische Kreise zu geraten und nicht wieder heraus zu kommen. Diese Radikalisierungen gibt es aber nicht nur im Theater, sondern auch im echten Leben. Vor allem in Zeiten, in der eine zumindest in Teilen rechtsextreme Partei bei einer Wahl die stärkste Kraft werden kann, ist es meiner Meinung nach umso wichtiger, Jugendliche aufzuklären. Social Media und der Algorithmus verleiten ganz schnell dazu, in eine extremistische Bubble zu geraten und nicht kritisch zu hinterfragen, ob das Gesagte überhaupt stimmt. Im Theaterstück kamen z.B. mehrere Szenen vor, in denen verfassungsfeindliche Sticker, Aussagen oder Symbole über Social Media geteilt wurden, welche Max nicht hinterfragte. Diese verwendete der Sportbund, um Hass gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund oder anderen Gruppen zu schüren, die nicht in das Bild der Sportgruppe passen.

Außerdem kommt es bei solchen Gruppen oft zu Gewalt, Sachbeschädigung oder anderen Straftaten, weshalb ich denke, dass es sehr wichtig ist, Jugendliche und Kinder zu schützen und ihnen bewusst zu machen, was für eine Gefahr von solchen Gruppen ausgeht. Auch das Stück zeigt das bittere Ende extremistischer Verirrung auf: Eine Radionachrichtung klingt aus dem Off: "Bei einem Brandanschlag auf eine Demokratieveranstaltung kam es zu mehreren Toten."

Die Veranstaltung wurde gefördert vom Förderverein des Corvinianum.

Text: Lydia von der Straten, Klasse 10a; Fotos: Sommerfeld

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