Ich sehe mich – ich sehe dich!
15 Juni 2026
17 Schüler:innen von BBS1 und Corvi beeindruckten am Freitag, 12. Juni 2026 in der Stadthalle beim 8. Northeimer PoetrySlam ihr Publikum mit sehr persönlichen Texten. Dementsprechend gab es begeisterten Applaus der 400 Zuhörenden für alle Texte.
„Ich bin immer wieder davon beeindruckt, wie mutig junge Menschen über das sprechen, was sie innerlich bewegt. Da merke ich, wie wichtig es ist, ihnen eine große Bühne zu geben“, sagte eine der betreuenden Lehrkräfte hinterher. „Wenn man diese Jugendlichen hört, stellt man fest, dass man auf die nächste Generation wirklich vertrauen kann“, war eine andere Stimme des Abends.
Felix Römer begrüßte die Slammer:innen-Riege mit den Worten „Ich habt alle schon gewonnen.“ Tatsächlich wurden die jungen Bühnenstürmer von ihren Klassen ins Rennen geschickt und am Abend angefeuert. „Das wird nicht leicht“, hörte man Römer nach jeder Vortragsrunde sagen, denn alle Texte hatten es in sich.
Die erste Runde konnten schließlich gleichauf zwei Schülerinnen knapp für sich entscheiden, nämlich Angelina Eilers aus der Klasse BG25A von der BBS1 mit ihrem Text „Augenhöhe“ über den Wunsch, ernstgenommen zu werden, und Juliana Ernst aus der 10c vom Corvi. Ihr Text „Es klopft gegen die Rippen“ handelt vom Leisewerden durch unangemessene Kritik.
In der zweiten Runde gewannen sogar drei, nämlich Fidan Akcam aus der 10b vom Corvi mit „Unzivilisiert unter Zivilisierten“ über Vorurteile, die ihre Eltern in Deutschland erleben müssen. Jule Fahlbusch (10a, Corvi) gewann mit „Gleich ist nicht gleich“ über die Benachteiligung von Frauen und Mädchen. Als dritter Gewinner ging Kai Kerkamm (BG25B, BBS1) aus der zweiten Runde hervor. Seine Erfahrungen mit der gewechselten Geschlechterrolle in „Nur innerlich ich selbst“ ließ den Saal mucksmäuschenstill werden.
Auch in der dritten Runde scheiterten zwei Versuche, den lautesten Applaus festzustellen. Alle sieben lagen nahezu gleichauf. Aus dem „Gehörlosenapplaus“, bei dem hoch und tief gewunken wird, stach dann schließlich Pia Hasenbeck (10c, Corvi) mit ihrem „Pippi-Langstrumpf-Prinzip“ überraschend deutlich aus der starken Runde hervor. Mit kurzen, elegant gereimten Versen rechnet Pia mit der bestehenden ungerechten Weltordnung ab.
Die weiteren, ebenfalls umjubelten PoetrySlammer waren: Henry Adlhoch (10c), Alissa Everding (BG25B), Leonie Gehle (BF25E2), Alexandra Hehn (10a), Luisa Hille (10a), Marie Kerkamm (BG25A), Svea Kuschke (10m), Sophie Mass (BG25B), Jolina-Fabienne Rudhoff (BF25E2), Yelyzaveta Rybachok (10m) und Sarina Werner (BG25A).
Vor dem Hauptevent im großen Saal hatte die neue Göttinger Band „Banditen“ mit Jakob Wolff (dr), Alex Gräfe (g), Jule Lennartz und Thea Burkhard (voc), Michel Wesemann (b), Lukas Baumann (key) und Emil Kordovski an der Technik bezaubernde Coversongs gespielt und die Ankommenden auf den Abend eingestimmt. Sie spielten auch in der Pause noch einmal groß auf. Das Catering übernahmen wieder fleißige Schüler:innen des Jahrgangs Q1 im Auftrag des Veranstalters „Förderverein Stadthalle Northeim“.
Die Schulleitungen und zahlreiche Sponsoren wollten sich die tiefsinnigen Textdarbietungen nicht entgehen lassen und waren persönlich erschienen. Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ von der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Northeim gefördert. Die Jugendstiftung des Landkreises Northeim, die Stadt Northeim, die KSN-Stiftung und die Calenberg-Grubenhagensche Stiftung sowie die Anwaltskanzlei Livius aus Hannover sind weitere großzügige Sponsoren. Außerdem wird das Projekt von den Fördervereinen der beteiligten Schulen unterstützt.
Text, Fotos: Wolff






