Glaubwürdigkeit geht anders

9. September 2026

Am 1. September 2026 fand eine Podiumsdiskussion zur bevorstehenden Kommunalwahl statt. Ziel der Veranstaltung war es, den Anwesenden die verschiedenen Kandidierenden und deren politische Vorstellungen näherzubringen. Moderiert wurde die Diskussion von Alexander Fröhlich. Auf dem Podium saßen Holger Lambrecht von der SPD, Malte Schober von der CDU, Nick Hartmann von den Grünen, Alexander Hartmann von der FDP sowie Beccs Runge als parteilose Kandidatur. Auch die AfD war eingeladen, hatte ihre Teilnahme jedoch abgesagt.

Zu Beginn stellten sich alle Kandidierenden vor. Dabei erzählten sie etwas über ihre persönlichen Hintergründe, ihre Berufe und ihre bisherigen politischen Erfahrungen. Nick Hartmann von den Grünen arbeitet als Psychotherapeut. Malte Schober von der CDU ist Lehrer, Vorstandsmitglied der Northeimer Tafel und war außerdem im Kultusministerium tätig. Alexander Hartmann von der FDP ist seit fünf Jahren im Stadtrat und erklärte, dass das Wahlprogramm der FDP teilweise andere Schwerpunkte als die Programme der anderen Parteien setzt. Holger Lambrecht von der SPD verfügt über langjährige politische Erfahrung als Bürgermeister in Sudheim. Beccs Runge kandidiert sowohl für den Stadtrat als auch für den Kreistag.

Danach folgte eine kurze Ja-Nein-Fragerunde mit insgesamt acht Fragen. Dabei ging es unter anderem um die Beteiligung von Jugendlichen an der Politik, eine mögliche Zusammenarbeit mit anderen Parteien, die Entwicklung der Stadt, die Meinungen zu dem Neubau der Schuhwallhalle, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Schulen, frei zugängliche Orte für Jugendliche und die Aufnahme von Krediten für die Infrastruktur. Bei den ersten drei Fragen waren sich die Kandidierenden weitgehend einig. Unterschiede zeigten sich vor allem bei den weiteren Fragen. 

Anschließend fragte der Moderator, warum die Kandidierenden in die Politik gegangen sind beziehungsweise warum sie bei der Kommunalwahl kandidieren.

Nick Hartmann erklärte, dass die Frage, wie die Welt in zehn Jahren aussehen solle, zum politischen Engagement geführt habe. Dabei sei die Überzeugung entstanden, dass eine gute Zukunft nur mit ausreichendem Klimaschutz möglich sei. Deshalb habe sich Hartmann den Grünen angeschlossen.

Malte Schober erklärte, dass die Schul- und Familienpolitik schon immer eine wichtige Rolle für ihn gespielt habe. Durch den Beruf als Lehrer bestehe eine enge Verbindung zur Schule und zur Bildungspolitik. Außerdem habe Schober durch verschiedene Tätigkeiten bereits Erfahrungen mit politischen Parteien gesammelt.

Alexander Hartmann berichtete von seinem Engagement gegen den geplanten Verkauf des Mühlenangers. Damals sammelte Hartmann Unterschriften gegen den Verkauf. Dieses Engagement führte schließlich dazu, sich auch politisch stärker einzubringen und eigene Vorstellungen umzusetzen.

Holger Lambrecht kam durch den Beruf mit Parteien und Politik in Kontakt. Durch die langjährige Tätigkeit in Sudheim als Bürgermeister und bei der Stadt konnte bereits viel kommunalpolitische Erfahrung gesammelt werden. Außerdem ist Lambrecht seit mehreren Jahren im Stadtrat aktiv und erster stellvertretender Bürgermeister.

Beccs Runge erzählte, dass das Interesse an Politik durch einen Lehrer des früher besuchten Corvinianums entstanden sei. Außerdem führte eine eigene Erkrankung dazu, sich stärker mit dem Thema Gesundheitsversorgung auseinanderzusetzen. Dadurch entstand der Wunsch, sich selbst politisch einzubringen und etwas zu verändern.

Im weiteren Verlauf konnten Fragen aus dem Publikum gestellt werden. Eine der ersten Fragen beschäftigte sich mit dem Umgang mit Diskriminierung unter Jugendlichen. Beccs Runge erklärte, dass vor allem an Schulen über Diskriminierung aufgeklärt werden müsse und er selbst deshalb aktiv ist. Die anderen Kandidierenden gingen vor allem auf die Verbesserung des Schulsystems, die Schulsozialarbeit und Vertrauenspersonen ein. Dadurch entwickelte sich die Diskussion teilweise von der eigentlichen Frage weg hin zu allgemeinen Problemen an Schulen.

Eine weitere Frage beschäftigte sich damit, wie Jugendliche stärker in die Politik einbezogen werden können. Malte Schober betonte, dass Jugendlichen besser zugehört und ihre Meinungen ernst genommen werden müssten. Holger Lambrecht verwies auf das Angebot „Pizza and Politics“ der SPD in Northeim, bei dem Jugendliche Fragen stellen und sich über Politik und die Kommunalwahl informieren konnten.

Alexander Hartmann schlug vor, Ratssitzungen online zu übertragen und politische Angebote stärker über Social Media zu vermitteln. Auch Nick Hartmann betonte die Bedeutung von Social Media und sprach sich für die Fortführung des Jugendbeirats in Northeim aus. Dabei kritisierte Hartmann die CDU für die geplante Kürzung von 2.000 Euro aus dem Budget des Jugendbeirats. Der Jugendbeirat erhält 10.000 Euro pro Jahr.

Beccs Runge vertrat dazu eine andere Meinung und betonte, dass Jugendliche sich auch aus eigener Motivation politisch engagieren sollten. Dazu fiel die Aussage: „Wenn die Jugend will, dann macht sie.“ Angebote wie Pizza, Popcorn oder Döner seien dafür nicht unbedingt notwendig.

Insgesamt gab die Podiumsdiskussion einen guten Einblick in die unterschiedlichen politischen Vorstellungen der Kandidierenden. Besonders die Themen Jugendbeteiligung, Schule, Diskriminierung, Klimaschutz und die Entwicklung der Stadt wurden diskutiert. Durch die verschiedenen Programmpunkte und die Fragen aus dem Publikum konnten die Anwesenden die Kandidierenden und deren Positionen besser kennenlernen.

Nach Rückmeldung aus unserem Kurs, hat die Veranstaltung nicht die Interessen unserer Generation abgebildet und war zudem keine echte Diskussion. Glaubwürdigkeit geht anders!

Text: Johanna Koltermann, Louisa Keese (beide 11m); Foto: Johanna Koltermann

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