Ein dreifaches Adé

30. Juni 2026

Die Schulgemeinschaft verabschiedete aus ihrer Mitte die Kolleg:innen Gregor Wunderlich, Ulrike Krause und Thomas Constien. Dazu gab es einige musikalische Darbietungen und eine Videobotschaft aus Frankreich...

Walking nach Zwickau

Gregor Wunderlich, langjähriger Leiter des Schulchores, war 2017 als Junglehrer für Englisch und Musik ans Corvinianum gekommen. Er konnte mit dem Chor Akzente mit großer Resonanz setzen auf den Adventskonzerten, bei Auftritten an der Partnerschule in Břeclav und bei Auftritten in den Altenheimen der Stadt. Mit unterhaltsamen Showeinlagen und seinem verschmitzten Humor unterhielt er, wie Fachobfrau Sabrina Theis zu berichten wusste, auf Göttinger Bühnen, aber auch im Corvi-Sekretariat, bei Klassenfahrten und zur Eröffnung der Kunstausstellung der Fachgruppe Kunst. Wunderlich, der es sich nicht nehmen ließ, zum Abschied der Schulgemeinschaft mit Marc Coens Klassiker „Walking in Memphis“ ein Ständchen zu bringen, wechselt zum neuen Schuljahr auf eigenen Wunsch in seine Heimatstadt Zwickau und wurde seinerseits mit einer Ständchen-Rede der Fachgruppen Musik und Englisch aus der Schulgemeinschaft verabschiedet.

Schule als Halbmarathon

Ulrike Krause, 1980 selbst Abitur am Corvi, genauer, an der Richenzaschule, gemacht, kam 2006 zurück an ihre Heimatschule und gab dort Englisch und Französisch. Sie unterrichtete engagiert als Klassenlehrerin für ihre Fächer bis zum Abitur. Schulleiter Dönges lobte, wie umsichtig sie mit Eltern und Schüler:innen in all den Jahren umgegangen sei und zeigte sich beeindruckt von ihrer beachtlichen, langjährigen völlig reibungslosen Arbeitsleistung. Die Fachobfrauen Dorothee Lahme und Sabrina Theis verglichen ihre Zeit am Corvi mit einem Halbmarathon. Krause hatte selbst nämlich vor kurzem einen Halbmarathon in Berlin in hervorragender Zeit absolviert. Als Französisch-Lehrkraft habe sie den aufwändigen Austausch mit der französischen Partnerschaft Magnanville mitgetragen. Eric Font aus Magnanville sendete Ulrike Krause einen persönlichen Abschiedsgruß per Videobotschaft. Darin freute dieser sich über ihren anstehenden, verdienten Ruhestand und erzählte von zwei Geschichten. Ihr Sohn Nico sei beim Abschied nach dem ersten Austausch sehr traurig gewesen. Er wollte sogar unbedingt mit Eric nach Frankreich reisen. Eine zweite Geschichte, die Eric in Erinnerung bleiben wird: Eine einklemmte Hand in Hann Münden führte zu einem lauten Schrei Krauses, den er für einen Freudenschrei gehalten habe. Denn Ulrike Krause hatte die Stadt als wunderschön angekündigt. Obfrau Theis lobte die langjährige zuverlässige Zusammenarbeit und ihren herzlichen Humor, der den Schulalltag für alle bereichert habe. Gerade ihre direkte, ehrliche Art habe den kollegialen Umgang zudem auf besondere Weise vertieft. Ulrike Krause wird auch im Ruhestand schulisch weiter aktiv sein und an einer Grundschule eine Lese-AG leiten. Ulrike Krause erinnerte daran, dass sie selbst bei Karl Struck Unterricht gehabt habe und freute sich, dass er bei der Verabschiedung dabei sei. Sie erinnerte sich an Folien, CD-Player und Kreide. Heute könne man mit einem USB-Stick in den Unterricht gehen. Sie regte an, die Reduktion auf halbe Klassen im Flipped Classrom der Coronazeit aufzugreifen, warnte vor unkritischer Digitalisierung und zeigte sich dankbar darüber, dass der Frankreichaustausch als große Bereicherung schon über so viele Jahre am Corvi stattfindet.

Abschied von einer Musiklegende

Mit Thomas Constien verlässt eine Legende das Corvi. Seit 1990 wirkte er im Unterricht bis zum Abitur und prägte das Schulleben vor allem mit seiner AG-Tätigkeit der Capella Corviniensis und einige Jahre auch in der Jazzband und im Schulchor. Schulleiter Dönges hob die Organisation der 525-Jahrfeier im Jahr 2002 hervor. Constien war zudem jahrelang ehrenamtlicher Leiter der privaten Musikförderung und organisierte dafür Jugendmatinees. So konnte er unter seiner Leitung hervorragende Leistungen mit dem Schulorchester erreichen und europaweit Konzerte geben. Er prägte Generationen von Schüler:innen und bot ihnen unvergessliche Erfahrungen in der Orchestermitwirkung. Ein 11-köpfiger Fachgruppen-Chor versuchte sich an einer rasanten musikalischen Reise durch die Geographie der Erde zunächst ohne Constiens Leitung. Das ging natürlich schief und so führte Constien kurzerhand mit klarem Dirigat die Sache zum Erfolg. Fachobfrau Harborth-Constien: "Wann hat man schon mal die Gelegenheit, seinen Ehemann zu verabschieden?" Sie erinnerte an 36 Jahre gemeinsame Gestaltung des Fachbereichs Musik. Für eine Kleinstadt sei das etwas Besonderes. Für das Schulorchester habe Constien sogar auf einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Hannover für Gesang verzichtet. Sie erwarte nun im nächsten Jahr täglich ein gutes Mittagessen, frischen Kaffee und eine staubfreie Wohnung. Die Fachgruppe Musik gab zuletzt ein frisch getextetes, mehrstimmiges Ständchen zur anstehenden Pensionierung. Carsten Armbrecht dankte bei seiner Verabschiedung Constien für die langjährige Arbeit in der Privaten Musikförderung und äußerte die Hoffnung, dass er der Organisation treu bleibe. Constien dankte für die Freiräume, die für die Musik bereitgestellt wurden und rief dem Kollegium zu: "Es war eine große Freude, hier zu arbeiten. Daran seid ihr schuld!" Die Orchesterarbeit sei die richtige Entscheidung gewesen. "So viel Applaus, wie ich bekommen habe, könnt ihr nie kriegen", schloss er schmunzelnd und verabschiedete sich mit einer Darbietung von Sinatras "I did it my way", begleitet von seinem langjährigen Freund und Kollegen Christian Baufeldt. Standing Ovations.

Text, Fotos: Wolff

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