Die Mörder sind immer "der Gärtner"
24. Juni 2026
Die Zündhölzer boten zum Schuljahresende bei Höchsttemperaturen kurzweiliges Komödientheater mit großer Spielfreude. Das Publikum reagierte mit viel Applaus und herzlichen Lachern.
Zwölf Corvinianer:innen erweckten die witzige Spielvorlage "Mörderstund ist ungesund" von Christine Hundertwasser zum Leben bzw. Sterben. Die Geschichte dreht sich um einen Schlossherrn (mondän: Leon Brandfaß), der seine Probleme "beseitigen" lassen will und dazu einen "Gärtner" (auf dem Punkt witzig: Justin Eichler) engagiert, der seinen Job aber nicht erledigen kann. Die Probleme sind die Freifrau (resolut: Marie Ehrlich) mit ihrem Berater (schnöselig: Justin Eichler in Doppelbesetzung).
Die fünf Insassen des Schlosssanatoriums, die da sind Attila (charmant wortkarg: Hendrik Friedrich), Napoleon (frisch-frech-französisch: Hannes Fuchs in Doppelbesetzung mit halber Uniform der Grande Armée), Nero (komödiantisch-packend: Friedrich Richter) sowie Lucrezia (punktgenau: Elise Kind) und Agatha (redselig: Julia Lutsch) lassen sich das nicht gefallen und gehen zum Gegenangriff über.
Pfleger Horst (launig: Julius Haupt) und Sanatoriumschefärztin Franziska (immer gute Miene zum bösen Spiel: Sophie Roman) mischen ordentlich mit und entsorgen zwischendurch die Leichen mal nach links, mal nach rechts. Für beiden Polizistinnen Klara Fall (tapfer-professionell: Malu Hof) und Mechthild Witzig (dienstbeflissen verhörend: Emily Reichl) gar kein so klarer Fall und auch nicht sonderlich witzig.
Der doppelte Gärtner
Gut geschrieben und kongenial umgesetzt ist der Auftritt der beiden komödiantisch dargestellten Gärtner. Es entstehen eine Reihe von hochgradig unterhaltsamen Verwechslungen und Missverständnissen. Dabei lassen Fuchs und Eichler keine einzige Pointe liegen. Das Stück: mindestens an dieser Stelle absolut fernsehreif. Auch der leider letzte Auftritt von Julius Haupt war wunderbar unterhaltsam.
Leiter Henning Bruns darf sich freuen, was hier gelungen ist und dass sein spielfreudiges Ensemble ihm bereits für die nächste Spielzeit zugesagt hat. Zu danken ist den Caterern aus Q1 und Lasse Armbrecht, der gewohnt souverän die Technik beherrschte und für die Licht- und Tonarbeit verantwortlich zeichnete. Erfreulich: Einige Zuschauer:innen waren der Zeitungsankündigung in der HNA gefolgt. Auch ehemalige Ensemblemitglieder verfolgten gespannt das Spiel des traditionsreichen Corvi-Schüler:innentheaters.
Text, Fotos: Wolff
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